Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 599

Familie. Die Lebensgemeinschaft der Ehegatten und ihrer Kinder bildet die "Sonder -F.", die als mehr oder weniger selbständige Organisation besteht. Die Gruppe geradlinig blutsverwandter Personen mit ihren Gatten, die 3 - 4 Generationen umfaßt, wird "Groß - F. " genannt. Die Bezeichnung F. ist dabei keine rein genealogische, sondern läßt auch an wirtschaftliche Gemeinschaft denken entsprechend dem lateinischen familia, und dem deutschen "Haus", an dessen Stelle im 18. Jahrh. in Deutschland J." trat. An die Groß - F. schließt sich die Bezeichnung aller nachweislich, oder angeblich von einem Individuum oder Paare abstammenden Personen als "Stamm", während unter "Sippe" (s.d.) eine durch bestimmte rechtliche Beziehungen charakterisierte Gruppe von Blutsverwandten verstanden wird, die einander genealogisch näher oder ferner stehen können. S.a. Verwandtschaft.

Literatur: E. Große, Die Formen der Familie und d. Formen d. Wirtschaft. Freib. 1896.

Thilenius.