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Fang, Pangwe, Mpangwe oder Mfang, Reihe von Völkerstämmen in Südkamerun vom Sanaga bis zum Ogowo nach Süden und vom Iwindo, Dschaoberlauf, Njongoberlauf bis zur Küste.
Man ist sich noch nicht recht klar über ihre Zugehörigkeit. Früher
wurden
sie für Bantuneger gehalten. Heute wird angenommen, daß sie Sudanneger sind und die Sprache der Bantu erst seit einigen Generationen angenommen
haben.
Die Heimat der F. war wahrscheinlich das Bahr - el -Gasalgebiet, wie aus
ihren Sagen hervorgeht. Sie stehen den Niam-Niam nahe. Sie wanderten von
dort nach Westen und kamen zum Ubangi.
Von dort gingen sie zum Schari, wo sie
mit den Fulbe (s.d.) zusammenstießen, nun den Sanaga entlang
zogen und nach Süden wanderten., Da sie sehr kriegerisch und zahlreich
waren, so konnte ihnen kein Volk widerstehen, und sie drangen in
ununterbrochenem
Zuge bis zum Ogowe vor, den sie an
einzelnen
Punkten schon überschritten haben. Dabei drückten sie auf die
Bantustämme,
so daß ein Teil zur Küste gedrängt, der andere nach Osten beiseite
geschoben
wurde. Als sie mit europäischer Kultur bekannt wurden, kam eine
Wanderrichtung
zur Küste hinzu, einmal um Handel zu
treiben,
andererseits um Gewehre zu erwerben. Heute sind sie bis zur Küste
vorgestoßen, und es macht sich sogar ein Rückstoß nach Osten bemerkbar,
z.B. haben die F. den Iwindo bereits überschritten. Die Wanderungen finden so statt, daß die letzten
F.familien sich an der Spitze des Volkes niederlassen usf. Die F.
bewohnen
eine Fläche von etwa 176000 qkm. Sie teilen sich in eine ganze Anzahl
von Stämmen, z.B. in Kamerun die Etun
(s.d.),
die Mwelle (s.d.), die Jaunde (s.d.), Bane
(s.d.),
Bule (s.d.) und Ntum, ferner die Mokuk
oder Okak im spanischen Gebiet und östlich davon, die Mwei (s.d.). Im Süden folgen dann die eigentlichen F.
Die F. sprechen alle dieselbe Sprache, die nur in Dialekte zerfällt. Es
gibt zwei Dialektgruppen, einmal die Makina in Südosten, andererseits
die Masuna in Norden und Westen. Es ist das die Phrase,
mit der sie stets ihre Rede beginnen: makina resp. masuna . . . ich sage
daß . . . Sie selbst teilen sich in Betschi
(Masuna) oder Makei (Makina). Die Makeistämme beginnen ihren Namen mit
Eb. . ., die Betschistämme mit Ess . . . Die Stämme teilen sich wieder in Sippen d.h. Familienverbände, die aber teilweise in
der Wanderung vergessen sind. Vielmehr herrscht jetzt in jedem Dorf der
Häuptling oder der Familienvater. Anthropologisch soll man zwei Typen
unter den F. unterscheiden können, einen last hamitischen mit hellem
fast
rötlichem Teint und schöner gebogener Nase und einen häßlichen Negertyp.
Die Dörfer sind meist zweireihig, dazwischen Straße oder Platz. Am Ende
steht quer das Versammlungshaus. Die Hütten
sind die Giebeldachhütten der Bantuneger. Meist sind nicht mehr als 30
Häuser im Dorf, selten bis zu 80. Dagegen liegen die Dörfer oft eins
hinter
dem andern. Die, F. treiben Fischfang, Jagd und -.infachen Hackbau.
Ihre merkwürdigste Waffe ist die in Abb. 6 Tafel 86 wiedergegebene Armbrust (s. Kamerun, Abschnitt 7, Kulturverhältnisse). Angebaut
werden zur Hauptsache Maniok, Bananen, Erdnüsse, Kürbisse, Mais und
Yams; Zuckerrohr
wird als Genußmittel verwendet,
ebenso ist Palmwein sehr beliebt. Palmöl wird zum Salben des Körpers gebraucht. Die
F. sind geschickte Schmiede und Schnitzer,
die Töpferei und Weberei sind gut entwickelt. Ein besonderes ihrer
Gruppe eigentümliches Musikinstrument ist die in Abb. 11 Tafel 86 wiedergegebene
Harfe aus einem Raphiastab, aus dessen
Epidermis
die einzelnen Saiten in verschiedener Länge herausgehoben sind, um nun
über einen gemeinsamen Steg gelegt zu werden. Die F. beschneiden sich,
feilen die Zähne und tatauieren sich. Die Frauen tragen zwei schmale
Baststreifen
hinten und vorn, die Männer einen Schurz zwischen den Beinen nebst einem
Affenfell hinten. Die F. tragen als Frisur eigenartige Helme, die die
verschiedenste Form annehmen und mit Perlen
und Ketten oft bis zur Überladung geschmückt werden (s. Farbige
Tafel Kamerun Abb. 8
[Jaundemädchen]). Sie sind Menschenfresser.- Die Fi haben meist mehrere Frauen, der Häuptling hat die
meisten,
aber selten mehr als 20. Die Frauen sind ]klein und häßlich, werden aber
relativ gut behandelt. Bei der Feldarbeit brauchen sie nur die leichtere
Arbeit zu machen. Die Bestattung der Toten ist verschieden, je nach dem
Befund einer Obduktion. Die Religion der F. ist sehr eigenartig und wohl
noch der Aufklärung bedürftig. Sie haben einen Mondkult (böses Prinzip),
einen Sonnenkult (gutes Prinzip), einen Wasserkult (böses Prinzip) und
einen Feuerkult (gutes Prinzip). Dazu kommt noch ein Ahnenkult. Vom Gorilla (Ngi) werden große Lehmbilder dargestellt,
von denen in an annimmt, daß sie nachts umgehen, um die Bösen zu Strafen. Das Gebiet der F. liegt im Urwald.
Literatur: Teßmann, Gabun.KRundsch. 1912,
4. -Ders., Pangwe. Globus 1910.
Passarge-Rathjens .
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