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Farbhölzer. Die verholzten Teile vieler Pflanzen, namentlich das Holz
der älteren Stämme und Wurzeln zeigen
oft eine intensive, meist gelbe oder rote Färbung. Derartige Hölzer
werden
fast überall zum Färben benutzt. Für die europäische Industrie haben nur
wenige Bedeutung, in erster Linie das sog. Blauholz und ferner einige
Rot- und Gelbhölzer. - Das Blauholz oder Kampecheholz
des Handels ist das Kernholz des hülsenfrüchtigen Baumes Haematoxylon
Campehianum. Dieser ist auf den westindischen Inseln und in
Mittelamerika,
namentlich an der Campechebay, verbreitet. Nach Hamburg kamen 1913 ca.
9500 t im Werte von 1 000 000 M, namentlich aus Mexiko, Haiti und
Jamaika,
kleine Mengen noch aus Britisch - Honduras und St. Domingo. Das Holz
kommt
in unregelmäßigen, vom Splint befreiten Blöcken in den Handel.
Es wird geraspelt und einige Zeit feucht aufbewahrt. Dabei entwickelt
sich der Farbstoff infolge einer Fermentation kräftiger. Das Blauholz
dient zum Blau- und Schwarzfärben. Die Farbholzfabriken stellen aus
einem
Teil des Holzes auch Extrakte dar. Während das Blauholz sich den
künstlichen
Farbstoffen gegenüber noch ziemlich behauptet hat, sind die Rothölzer
und Gelbhölzer immer mehr zurückgedrängt worden. An Rothölzern kamen
1913
nach Hamburg 2000 t und an Gelbhölzern 1000 t. Rothölzer kommen etwa zu
zwei Drittel aus Mittelamerika, Venezuela und Brasilien, zu einem
Drittel
ca. zu gleichen Teilen aus Westafrika und Ostindien, Gelbhölzer etwa aus
denselben Gebieten wie das Blauholz. Die Stammpflanze der roten
Farbhölzer
Südamerikas ist ebenfalls ein hülsenfrüchtiger Baum, Caesalpinia
echinata.
Das Holz heißt im Handel auch Fernambukoder Brasilienholz. Die westindischen Sorten
kommen
entweder von demselben Baume oder von nahe verwandten Arten, das
ostindische,
auch Sappanholz genannte, von
Caesalpinia
Sappan, das rote indische Santelholz von Pterocarpus santalinus, das
westafrikanische
Santelholz oder Barwood von Pterocarpus
santalinoides und das ebenfalls in erster Linie von Sierra Leone
kommende
Camwood von Baphia nitida, gleichfalls einem
hülsenfrüchtigen
Baume. Ein Teil des westafrikanischen Rotholzes, auch des Kameruner,
geht
als Korallenholz oder westafrikanisches Padouk in die Möbelindustrie. Das Gelbholz des Handels, auch Fustie, Cubaholz öder gelbes Brasilienholz genannt, ist
das Kernholz des in Westindien heimischen Färbermaulbeerbaumes,
Chlorophora
tinctoria. Auch diese Hölzer werden, ebenso wie das Blauholz, fermentiert und zum Teil auf Extrakt
verarbeitet.
Bei den Eingeborenen findet man noch manche, von anderen Pflanzen stammende Farbhölzer, deren handelsmäßige
Nutzung aber wegen der sinkenden Bedeutung dieser Farbstoffe (s.d.) aussichtslos ist.
Literatur: J. Wiesner, Die Rohstoffe
des
Pflanzenreiches. Lpz. 1900. Voigt.
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