Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 604

Fata Morgana, ital. Bezeichnung für Luftspiegelung. Der Name führt auf eine mittelalterliche Ritterromanligur der Artussage (Schloß der Fee) zurück. Derartige atmosphärische Erscheinungen, die das Vorhandensein von Gegenständen wie Schiffen, Türmen, Bergen, Bäumen, Wasserflächen usw. in einem Landschaftsbild vortäuschen, welche in Wirklichkeit weit von dem Punkt, wo sie sich zu befinden scheinen, entfernt sind, sind auf See und besonders auch in Wüstengebieten ziemlich häufige Erscheinungen. Sie entstehen durch totale Reflexion der Lichtstrahlen an den Grenzen von Luftschichten mit stark verschiedener Temperatur, wenn die Lichtstrahlen unter einem sehr großen Neigungswinkel diese Grenzen treffen. Je nach der Lage dieser total reflektierenden Grenzfläche zum Beobachter entsteht entweder eine bloße Hebung des Bildes über den Horizont, oder eine direkte Umkehrung des Bildes, so daß man die betr. Gegenstände verkehrt sieht.

Danckelman.