Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 604 f.

Feldeisenbahnen, Eisenbahnen in leichter Bauart für vorübergehende Zwecke; als Spurweite ist dabei vielfach die Feldspur (s.d.) von 0,60 m Weite üblich. Die deutsche Heeresverwaltung stellt Bahnen von dieser Spurweite in leichter Bauart für militärische Zwecke her und hält das Material dafür in Vorrat; dabei ist meist Voraussetzung rascheste Ausführung unter möglichster Anpassung an das Gelände, also Anwendung starker Steigungen und scharfer Krümmungen und Wiederverwendbarkeit des Baumaterials an anderer Stelle. - Die Ausführung von Bahnen als F. von 60 cm Spurweite in größerer Länge, für dauernde Zwecke und stärkeren Verkehr hat sich als ein erheblicher wirtschaftlicher Fehler erwiesen, so z.B. bei der Bahn Swakopmund - Windhuk (s. Eisenbahnen IV d), bei deren Nordostabschnitt Karibib - Windhuk ein Umbau in Kapspur erforderlich wurde; der Südwestabschnitt wurde für den durchgehenden Verkehr außer Betrieb gesetzt.

Baltzer.