Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 605

Feldkost, Nahrungsmittel aus dem Pflanzenreiche, wie sie die Natur selbst bietet. Herrscht auch in der heimischen Pflanzenwelt Deutsch - Südwestafrikas eine gewisse Kargheit, so bietet sich dem Eingeborenen wie dem Kenner des Landes doch mannigfache Gelegenheit, eßbare Früchte wildwachsender Pflanzen zu sammeln. Entsprechend der Landesnatur handelt es sich bei der F. vorwiegend um Wurzeln und zwiebelartige Knollen, ferner um verschiedene Melonen. Unter den ersten sind namentlich bei den Hottentotten (s.d.) und Bergdamaras (s.d.) die kleinen Knollen einer Monokotyle, die sog. Uientjes, beliebt. Die etwa einer Perlzwiebel an Größe gleichenden Knollen, die sich im Nama- wie im Hererolande in großer Menge finden und auch von Pavianen und Hühnervögeln gefressen werden, röstet man und verzehrt sie dann entweder in diesem Zustande oder in Form eines Breies. Sie schmecken übrigens auch den meisten Europäern nicht übel. Geröstet wird auch der Samen einer Bauhiniaart von den Hottentotten, ferner die Blätter von Mesembrianthemen und verschiedene Wurzeln. Unter den Melonen spielt in einem beschränkten Gebiet, der englischen Walfischbaigegend, die Nara eine große Rolle, doch kann man sie der eigentlichen F. nicht zuzählen. Wohl aber gehört hierher die Tsamamelone der Kalaharisteppen.

Literatur: H. Schinz, Deutsch-Südwestafrika. Lpz. 1891. - L. Schultze, Aus Namaland und Kalahari. Jena 1907.

Dove.