Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 606

Feldtelegraphen, feldmäßig, d.h. kriegsmäßig, gebaute Telegraphenleitungen, die meist nur auf beschränkte Zeit gebaut werden. Da es bei ihrer Herstellung hauptsächlich auf Schnelligkeit ankommt, verwendet man für solche Leitungen nur Material von geringem Gewicht, das sich leicht einbauen läßt. Am häufigsten findet Feldkabel, d. i. ein Litzendraht, der mit einer isolierenden Umhüllung umgeben ist, Verwendung. Infolge der Isolation ist es angängig, das Kabel, das sich meist auf einer sog. Trommel befindet, unmittelbar auf dem Erdboden abzurollen. Wo die Möglichkeit gegeben, ist man aber bestrebt, es auf Bäume, Sträucher usw. oder besonders aufzustellende leichte Stangen hochzulegen, um es vor Beschädigungen zu schützen. Derartige Leitungen fanden in Deutsch-Südwestafrika während des Herero- und Hottentottenaufstandes 1904 bis 1906 (s. Hereroaufstand) in ausgedehntem Maße Verwendung.

Literatur: 2. Beiheft z. Mil. - Wochenblatt 1906. -Boethke, Die Verkehrstruppen in Südwestafrika. Berl., S. Mittler & Sohn.

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