Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 610

Feuchtigkeit. Gegeben sind die F.sverhältnisse eines Ortes durch den Gehalt der Luft an Wasserdampf, die Bewölkung wie die Menge und Häufigkeit der festen und flüssigen Niederschläge (s.d.). Zur Charakterisierung der Luft - F. dienen die absolute F. oder der Dampfdruck (Gewicht des Wasserdampfes in Gramm in 1 cbm Luft) und die relative F. (mit 100 multiplizierter Quotient der vorhandenen Dampfmenge durch die höchste bei der herrschenden Temperatur mögliche). Die absolute F. wächst bei gleicher relativer F. mit der Temperatur, und zwar schneller als diese. Die relative F. nimmt im allgemeinen nach dem Innern des Landes zu ab, sehr geringe bis zu 4% hinab ist in Nord-Togo und Deutsch-Südwestafrika gemessen. Sehr hoch ist die relative F. in nebelreichen und wolkigen Gegenden. Der tägliche Gang der relativen F. ist umgekehrt wie der der Temperatur, die geringste tritt meist in den Mittagsstunden, die höchste am frühen Morgen ein. Gemessen werden beide F. jetzt meist durch die Ablesung an einem trockenen und einem befeuchteten Thermometer; die relative allein kann auch an einem Haarhygrometer abgelesen werden.

Heidke.