Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 626

Fischdampfer, sehr seetüchtige, verhältnismäßig kleine (25 - 40 m lange) Dampfschiffe zur Ausübung der Seefischerei (s. Fischerei). Sie sind darauf eingerichtet, ihren Fang entweder frisch geschlachtet und mit von Hause mitgenommenem, klein gemahlenem Eis verpackt oder auch (selten) in durchlöchertem, mit dem Außenwasser in Verbindung stehendem Eschbehälter lebend längere Zeit 10 - 20 Tage - aufzubewahren, bis er gelandet wird. Die größeren F. haben Maschinen bis zu 450 PS, die ihnen eine Fahrt von 10 - 11 Seemeilen verleihen. Die Einrichtung eines neueren F. zeigt die Tafel 58. Seefischerei mit F. wird an den Küsten Afrikas heute nur vor Marokko - von Engländern, Franzosen, Deutschen - und an den Küsten der Kapkolonie betrieben. Erstere bringen ihre Fänge an europäische Fischmärkte, letztere in kapländische Häfen, besonders nach Kapstadt und Natal. Es ist wahrscheinlich, daß die Fischerei mit F. auch an den Küsten der deutschen westafrikanischen Kolonien, insbesondere von Deutsch- Südwestafrika aus, Erfolg haben würde. S.a. Fischerei.

Lübbert.