Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 634

Fischgifte. Bei fast allen Naturvölkern der Erde werden zum Fischfang Betäubungsmittel verwendet, die, dem Wasser beigemengt, die Fische meist nur betäuben, seltener töten, wonach diese, auf der Oberfläche schwimmend, leicht gefangen werden können. Vorwiegend handelt es sich dabei um Pflanzenteile, welche Körper aus der Gruppe der Saponine enthalten. Die gebräuchlichste Fischgiftpflanze in den afrikanischen Kolonien ist der Strauch Tephrosia Vogelii, dessen fein geriebene, frische Blätter benutzt werden. Er findet sich in Dörfern in der Nähe von Flüssen häufig in einigen Exemplaren kultiviert. In Ostafrika werden in gleicher Weise auch die Wurzeln einer Adenium- Art, in China diejenigen von Derris elliptica benutzt usw. S.a. Fischerei.

Literatur: Ausführliche Monographie aller Fischgiftpflanzen und ihrer Verwendung von X. Greshoff, Beschrijving der giftige en bedwelmende Planten bij de vischvangst in gebruik. I. T. in Mededeelingen uit's Lands plantentuin. Nr. X, Batavia 1895; II. T. ebenda Nr. XXIX, Batavia 1900; III. T. (Supplement) in Medeelingen van het Departement van Landbouw Nr. 17. Batavia 1913.

Busse.