Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 637 f.

Flaggen, bunte Baumwolltücher von rechteckiger, dreieckiger, länglich schmaler oder ausgezackter Form. Sie können als Abzeichen dienen. Hierzu gehören: Nationalflaggen, Kommandozeichen (Admiralsflaggen, Kommandantenwimpel), Reedereiflaggen (von Handelsschiffen) und Klubflaggen (von Dampf- und Segelyachten). Außerdem werden sie zur Signalverständigung von Schiff zu Schiff oder zwischen Schiff und Küste verwendet. Signalflaggen stellen entweder Buchstaben oder Zahlen dar. Zu mehreren zusammengestellt haben sie bestimmte Satzbedeutungen. Diese Bedeutungen sind alphabetisch mit den dazu gehörigen Zeichen in einer Art Lexikon, dem internationalen Signalbuch zusammengestellt. Für den Verkehr der Kriegsschiffe einer Nation untereinander gibt es geheime Signalverfahren und Signalbücher. Bei dienstlicher Einschiffung eines Gouverneurs oder Bezirksamtmannes der Schutzgebiete an Bord eines S. M. Schiffe oder auf einem Regierungsfahrzeug des Gouvernements wird ihr Unterscheidungszeichen im Großtop gesetzt, jedoch nur innerhalb der Grenzen ihres Schutzgebietes bzw. ihres Dienstbereiches; außerhalb dieser ausnahmsweise für die Dauer einer besonderen Aufgabe. In beiden Fällen nur, sofern nicht der Beamte auf das Setzen des Abzeichens verzichtet. Der Gouverneur von Kiautschou führt seine Flagge innerhalb des Schutzgebiets, sowie an Bord der Gouvernementsfahrzeuge als Kommandozeichen.

Brüninghaus.