Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 642

Fliegende Hunde, Flederhunde, Flughunde oder Fliegende Füchse nennt man die größeren Arten derjenigen Fledermäuse, welche eine hundeartige Schnauze haben und sich vor anderen Fledermäusen dadurch auszeichnen, daß die Ohrmuscheln dütenförmig gestielt sind. Die in den afrikanischen Schutzgebieten lebenden Arten haben am Zeigefinger und am Daumen je eine Kralle. F. H. besuchen in großen Scharen die Fruchtbäume; von einigen Arten hat man metallisch klingende Laute vernommen. Über ihre Lebensweise und ihren volkswirtschaftlichen Wert sind weitere Forschungen sehr nötig. Zwei Arten sind bisher aus Deutsch-Südwestafrika nach gewiesen worden, eine dritte wird voraussichtlich im Ovambolande vorhanden sein, vielleicht im Caprivizipfel durch eine besondere Rasse vertreten. In Deutsch-Ostafrika leben mindestens 5 Arten nebeneinander, in Togo und Kamerun sind schon 10 - 12 Arten nachgewiesen worden, und aus Neuguinea und dem Bismarckarchipel sind noch einige mehr zu erwarten. Von Samoa kennt man 3 Arten, von den Karolinen und Marianen 2 Arten, in Kiautschou fehlen f. H. Die Malaien nennen die großen Flatterhunde Kalong.

Matschie.