Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 645

Flugsanddünen kommen in Deutsch-Südwestafrika zahlreich vor. Abgesehen von den typischen Dünen der Küste besitzt auch das Innere Dünenwälle, von denen namentlich Teile der Namib (s.d.) erfüllt sind. Eine besondere Ausdehnung erreicht diese Dünenregion in der wenig bekannten Landschaft zwischen dem unteren Kuiseb und den als Tsauchab und Tsondab bezeichneten Rivieren im Westen des Naukluftgebiets. Auch in der Kalahariregion finden sich Dünenwellen von bisweilen beträchtlicher Ausdehnung. Eine besondere Form bilden die daselbst am Rande von Pfannen beobachteten Sandwälle. Im Innern des Namalandes ist besonders die Landschaft von Hoachanas durch Dünenwälle bekannt. Von der Veränderung der Dünenregion infolge der Windwirkung wissen wir am meisten aus dem Küstengebiet, wo ganze Buchten in wenigen Jahrzehnten ihre Gestalt völlig verändert haben. Noch 1838 soll der Dünenwall von Walfischbai auf das linke Ufer des Kuisebbettes beschränkt gewesen sein, während er heute sich bis an das südliche Ufer des Swakop erstreckt. Am beweglichsten sind die Sanddünen im Gebiet der Namib (s.d.). Dort ist es namentlich der im Sommer beträchtlich verstärkte Südwind des äußersten Westens und der von Zeit zu Zeit im Winter vom Binnenland herabwehende Föhn, durch deren Kraft die Veränderungen sich mit ziemlich großer Geschwindigkeit vollziehen (s.a. Dünenbefestigung).

Literatur: H. Schinz, Deutsch- Südwestafrika. Lpz. 1891. - L. Schultze, Aus Namaland und Kalahari. Jena 1907.

Dove.