Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 649

Fontein, holländ. Wort, das ursprünglich "Quelle" bedeutet, in Südafrika jedoch etwas andern Sinn angenommen hat. Wirkliche Quellen, d.h. aus selbständigen Grundwasservorräten stammende Austrittsstellen des hier so besonders wichtigen Elements sind im Innern von Deutsch-Südwestafrika eine so außergewöhnliche Erscheinung, daß die Häufigkeit des Wortes "Fontein", das auch in der Zusammensetzung in zahlreichen Ortsnamen in Deutsch - Südwestafrika begegnet, recht auffällt. Die Buren, von denen diese Benennung stammt, hatten indes bei der Seltenheit echter Quellen längst verlernt, einen Unterschied zwischen solchen und andern fließend zutage tretenden Gewässern zu machen. So wurde in den meisten Fällen auch das innerhalb der Flußbetten bisweilen zutage tretende Grundwasser der Flüsse, das in der Trockenheit ja tatsächlich den Eindruck einer unter Umständen sehr ergiebigen Quelle macht, im Gegensatze zu dem in Felsbecken oder Vleys angesammelten Wasser als F. bezeichnet.

Dove.