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Framboesie (englisch: "Yaws";
französisch:
"le Pian"), in den Tropen weit
verbreitete,
hauptsächlich Eingeborene befallende
Infektionskrankheit. Sie ist in den tropischen Gebieten Afrikas, Asiens,
Australiens und Amerikas beobachtet. In den Gebieten, in denen sie
endemisch
herrscht, wird fast stets die gesamte Bevölkerung davon befallen, und
zwar vornehmlich schon im Kindesalter. Die Krankheit macht hauptsächlich
Symptome auf der Haut, zunächst an der Stelle der Infektion, wo eine
charakteristische
Papel, aber auch ein ausgedehntes Geschwür ("Muttergeschwür" in
verschiedenen
Eingeborenensprachen benannt)
entstehen
kann. Diese Erstaffektion sitzt bei Kindern besonders oft im Gesicht,
hauptsächlich am Lippenrand; bei stillenden Frauen an der Brust, bei
Frauen
mit Säuglingen oft über der linken Hüfte, wo das Kind getragen wird. Ein
bis drei Monate später tritt dann der allgemeine Ausschlag auf, der in
dem Grade der Ausbildung sehr wechseln kann. Es entwickeln sich aus
roten
Flecken allmählich Papeln, die mehr und mehr wachsen, bis die Oberhaut
platzt und eine rote, glänzende, warzenartige Geschwulst entsteht, die
in ihrem Aussehen oft einer Himbeere (französisch = "frambois") ähnelt,
was zu obiger Namengebung geführt hat. Allmählich wird auf der
Oberfläche
eine gelbe Flüssigkeit ausgeschwitzt, die trocknet und eine schmierige
Borke bildet. Nicht immer sind die Papeln so gleichförmig gestaltet, oft
sind sie breiter und flacher, und wo sie dicht stehen, fließen sie zu
größeren, geschwürigen, ring- und bogenförmigen Affektionen zusammen,
die aber recht vielgestaltig sein können. Ein Lieblingssitz der
Framboesieknoten
sind die Übergangsstellen von Haut und Schleimhaut, also Lippenrand,
Nasenöffnung,
After, weibliche Geschlechtsteile); besonders bei Kindern sind diese
Stellen
stets bevorzugt. Im übrigen können alle Körperstellen befallen werden.
Während des Verlaufs treten häufig auch Kopfschmerz und Fieber
auf. Die Knoten heilen schließlich von selbst aus - oft erst nach langer
Zeit -, und es bleiben zuletzt keine Narben zurück. Manchmal findet man
aber auch Spätformen der Krankheit an den Handund Fußflächen, wo
Verdickungen
und Verhornungen der Haut mit tiefen Furchen und Schrunden sich zeigen;
auch weitgehende Zerstörungen des Nasen - Rachenraumes werden hierzu
gerechnet.
Diese Formen sind lange nicht zur F. gezählt worden. Die Krank heit wird
übertragen durch direkte Berührung mit Infizierten, eine andere
übertragungsweise
ist bisher nicht erwiesen. Der Erreger ist 1905 von Castellani in Ceylon
entdeckt worden als eine Spirochaete (Spirochaeta pertenuis), die dem
Syphiliserreger sehr nahe verwandt ist. Syphilis (s.d.) und F. selbst stehen sich sehr
nahe,
sind aber keineswegs identisch, wie Tierversuche mit Affen bewiesen haben. Überstehen einer F. ver schafft
eine gewisse Immunität dagegen. Die
relativ harmlose Erkrankung ist therapeutisch durch die gleichen Mittel
wie die ihr verwandte Syphilis zu bekämpfen. Sie heilt unter
entsprechender
ärztlicher Behandlung mit geeigneten Quecksilber- und Jodpräparaten in
einigen Wochen ab; das neue Ehrlichsche Präparat Salvarsan
(s.d.) aber wirkt bei ihr noch besser als bei Syphilis und bringt die
Eruptionen oft innerhalb weniger Tage zum Schwinden.
Literatur: Mense, Handbuch der
Tropenkrankheiten. -
Scheube, Die Krankheiten der warmen Länder.
Martin Mayer.
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