Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 660 f.

Frankoline, rebhuhnartige Vögel, die in Afrika sehr artenreich sind, in einigen Arten aber auch in Indien, Südchina und im Mittelmeergebiet vorkommen. Die F. leben nach Art der Rebhühner in der Mehrzahl im Steppengelände, in Mais- und Getreidefeldern, zum Teil aber auch auf Lichtungen im Urwalde. Man unterscheidet in Afrika drei Gattungen. Die eigentlichen F. haben vollständig befiederten Kopf, die Hähne, bisweilen auch die Hennen, einen oder mehrere Sporen am Lauf. Etwa 40 Alten sind bekannt. In Togo und Kamerun häufig das Doppelspornfrankolin, Francolinus bicalcaratus, Brustfedern mit rotbraunen Seitensäumen und blaßgelbbräunlichem Mittelteil, und F. lathami, Klopf und Unterkörper auf schwarzem Grunde mit herzförmigen oder rundlichen weißen Flecken gezeichnet. Für Deutsch-Ostafrika seien genannt: F. hildebrandti, Unterkörper beim Hahn weiß mit schwarzen herzförmigen Querbinden, Henne sehr abweichend gefärbt, mit zimtbraunem Unterkörper, und das viel kleinere F. granti, durch dreieckige rotbraune Kropfflecke ausgezeichnet. In Südwestafrika ist F. adspersus am häufigsten; Kopfseiten, Kehle, Hals und Unterkörper schwarz- und weiß wellig quergebändert. - Die Gattung Pternistes, Nacktkehl - F., zeichnet sich durch nackte, rot oder gelb gefärbte Augengegend und Kehle aus. Beim Hahn meistens Sporn vorhanden. Etwa ein Dutzend Arten bekannt, aber im Urwaldgebiet Guineas, vom Gambia bis Gabua, noch nicht nachgewiesen, ebensowenig in Deutsch - Südwestafrika. In Deutsch - Ostafrika ist P. böhmi häufig; Federn des Unterkörpers weiß oder schwarz und weiß gewellt, mit schwarzem Mittelstreif, zum Teil mit rotbraunen Seitensäumen. Die dritte Gattung, Langschwanz- F., Ptilopachus, ist nur durch zwei Arten in Oberguinea und Britisch - Ostafrika vertreten. Nur die Augengegend ist nackt, der Schwanz erreicht über zwei Drittel der Flügellänge, die Läufe tragen keinen Sporn. In Togo P. fuscus mit bräunlichweißem Brustschild.

Reichenow.