Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 661

Französische Inseln, Frenchinseln oder Witunseln, vulkanische Inselgruppe des Bismarck archipels im Norden von Neupominern (Deutsch-Neuguinea), bestehend aus den 8 Einzelinseln Witu (Garowe, Deslacs) 53,11 qkm, Mundua 5,92 qkm, Wingoru 0,49 qkm, Tschiling 0,125 qkm, Wambu 0,656 qkm, Undaga 0,057 qkm, Naraga 1,45 qkm und Unea 31,5 qkm. Die Inselgruppe wurde zuerst von Tasman 1643 gesichtet (Unea), dann von d'Entrecasteaux 1793 wieder entdeckt und Isles francaises genannt, 1909 von S. M. S. "Planet" genau aufgenommen (Seekarte Nr. 514). Die erloschenen Vulkankegel sind mit dichtem Wald bedeckt. In den ebeneren Teilen der Inseln finden sich umfangreiche Kokospalmenbestände der Eingeborenen sowie ausgedehnte Kokos- und Kakaoplantagen der Neuguinea - Kompagnie. Ferner kommt eine Steinnußart, Coelococcus, in ziemlicher Menge vor. Die Inseln Wambu und Undaga sind unbewohnt. Alle übrigen sind bevölkert. Soweit das Land nicht den Eingeborenen gehört, stehen die gesamten Inseln, mit Ausnahme von Unea, im Eigentum der Neuguinea - Kompagnie, die größere Pflanzungen angelegt hat und auch die Eingeborenenkopra aufkauft. Verwaltungsseitig gehören die Inseln zum Bezirk Rabaul. Eine Regierungsstation befindet sich in der Gruppe nicht. Bezirksamt, Bezirksgericht, Obergericht, Standesamt, Seemannsamt, Strandamt für die Inseln sind daher jeweils die betreffenden Behörden in Rabaul. Regierungsschulen sind auf der Gruppe noch nicht errichtet. Die weiße Bevölkerung beschränkt sich im wesentlichen auf die wenigen Angestellten der Neuguinea - Kompagnie. Die Eingeborenenbevölkerung ist 1913 erneut gezählt worden. Es ergab sich hierbei eine Gesamtbevölkerung von 2194 Seelen. Mit Ausnahme der Insel Unea sind die Wituinseln vollkommen organisiert und befriedet; es wird von den, Eingeborenen eine Kopfsteuer von je 10 M erhoben. Das Hauptnahrungsmittel ist auch hier die Kokosnuß, daneben Pflanzen die Eingeborenen die sonst in der Südsee üblichen Knollengewächse. Eigentliche Viehzucht besteht nicht, doch halten auch hier wie anderwärts in der Südsee die Eingeborenen Schweine. Die Pflanzungen der Neuguinea - Kompagnie sind in sechs Stationen eingeteilt. Die Ausfuhr betrug an Kopra (1912/13) 457 Tonnen, Kakao 1405 Zentner, Gummi 660 kg und 2,6 Tonnen Kawawurzeln. In geringem Maße kommen zeitweise auch Muscheln und Steinnüsse zur Ausfuhr. (Ein ausführlicher Bericht über die Wituinseln befindet sich in den Nr. 23 und 24, des Amtsblattes für Deutsch-Neuguinea vom 1. und 15. Dez. 1913 S. 273 und 278 ff.)