Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 666 f.

Frobenius, Leo, Forschungsreisender, geb. 29, Juni 1873 zu Berlin, studierte Philosophie, war später an,den ethnographischen Museen zu Bremen, Basel und Leipzig tätig. 1904 rief er die Deutsch -Innerafrikanische Forschungsexpedition ins Leben, deren Leiter er wurde. Er durchreiste 1904/06 das südliche Kongo- und Kassaibecken, 1907/09 Senegambien bis zum oberen Niger (Timbuktu), ferner Liberia und Togo. 1910 besuchte er Südalgerien und Tunis, 1910/12 durchforschte er Nigerien sowie Nordkamerun und besuchte im Anschluß Ägypten und Kordolan. F. schuf aus seinen Expeditionsakten und unter Mitwirkung zahlreicher freiwilliger Mitarbeiter verschiedener Nationalitäten ein ethnologisches Manuskriptarchiv, das die Grundlage eines Institutes für afrikanische Völkerkunde bilden soll. -Schriften: Der Kameruner Schiffsschnabel und seine Motive, Halle 1897; Der Ursprung der afrikanischen Kulturen, Berl. 1898; Die Weltanschauung der Naturvölker, Weimar 1898; Die Masken und Geheimbünde Afrikas, Halle 1898; Probleme der Kultur, Berl. 1901; Völkerkunde in Charakterbildern, Hannov. 1903; Das Zeitalter des Sonnengottes, Berl. 1903; Geographische Kulturkunde, Leipz. 1904; Kolonialwirtschaftliches aus dem Kongo - Kassai - Gebiet, Hambg. 1907; 'Im Schatten des Kongostaates, Berl. 1907; Auf dem Wege nach Atlantis, Berl. 1910; Der schwarze Dekameron, Berl. 1910; Kulturtypen aus dem Westsudan, Gotha 1910; Und Afrika sprach, Wissenschaftl. Ausg., Bd. I u. II, Berl. 1912, Bd. III 1913, popul. Ausg. Berl. 1912; Schwarze Seelen, Berl. 1913.