Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 668

Fruchtwechsel, im weitesten Sinne der geregelte oder ungeregelte Wechsel verschiedener Arten der Bodennutzung (s. Landwirtschaft) auf einem und demselben Landstück, z. B. zwischen Ackerland, Wiese oder Weide, Beseitigung, oder Einschaltung der Brache in die einfachsten Systeme des Ackerbaus (s.d.). Im engeren (modernen) Sinne ist F. die geregelte Aufeinanderfolge ("Fruchtfolge") von Gewächsen mit verschiedenen Ansprüchen und von verschiedenem biologischen Verhalten. Der F. führt zu den höheren Systemen der F. wirtschaft; diese ist physiologisch und - bei zweckmäßiger Einrichtung - auch wirtschaftlich allen anderen Systemen überlegen, weil sie den Boden am vollkommensten ausnutzt, ohne ihn anzugreifen oder einseitig auszubeuten, ihn physikalisch günstig beeinflußt, die Unkrautbeseitigung erleichtert und jede Düngung (s.d.) zur höchsten Geltung bringt. Sie macht die Viehhaltung vom Vorhandensein oder Fehlen ständiger Weiden durch entsprechenden Futterban (s.d.) unabhängig. Weiteres und Literatur s. Fruchtfolge. S.a. Ackerbau.

Busse.