Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 669 f.

Fulbesprache (Fulfulde, Ful), die Sprache der Fulbe (s.d.). Sie steht in ihrer Entwicklung in der fitte zwischen den Bantu- und den Hamitensprachen. Sie hat die Klasseneinteilung wie das Bantu, aber sie unterscheidet auch Person und Sache, was zu der Bildung des grammatischen Geschlechtes in den Hamitensprachen geführt hat. Das Ful wird von den Eingeborenen mit arabischer Schrift geschrieben. Wegen der Kehlverschlußlaute und ihrer komplizierten Grammatik bietet es dem Europäer erhebliche Schwierigkeiten. In den nördlichen Gebieten von Kamerun wird viel Ful gesprochen, auch im Norden der Kolonie Togo. Da die Fulbe Mohammedaner sind, ist die Sprache stark mit arabischen Wörtern durchsetzt. Bei ihrem Stolz ist es aber nicht wahrscheinlich, daß sie ihre Sprache zugunsten einer anderen aufgeben werden. Voraussichtlich wird sich also das Ful noch weiter ausdehnen.

Literatur: Ch. A. L. Reichardt, Grammar of the Fulde Language. Lond. 1876. - Ch. A. L. Reichardt, Vocabulary of the Fulde Language. Lond. 1878. - H. Barth, Sammlung und Bearbeitung afrikanischer Vokabularien. Gotha 1862. - G. A. Krause, Ein Beitrag zur Kenntnis der Fulischen Sprache. Lpz. 1884. Faidherbe, Grammaire et vocabulaire de la langue Poul. Paris 1882. - T. G. de Guiraudon, Manuel de la langue, Foule. Parig, Lpz. 1894. - D. Westermann, Handbuch der Fulspreche. Berl. 1909. - D. Westermann, Fullah - Übungen. - C. Meinhof, Das Ful in seiner Bedeutung für die Sprachen der Hamiten, Semiten und Bantu. ZDMG. 1911, 177 - 220. - C. Meinhol, Die Sprachen der Hamiten. Hamb. 1912. -Gaden, Le Poular. Paris 1913.

Meinhof.