Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 671

Futterbau. Der Anbau von Futterpflanzen (s.d.) ist unerläßlich in gemischten Wirtschaftsbetrieben mit intensiver Wirtschaft, aber auch bei extensiver Viehwirtschaft meist nicht zu umgehen (s. Landwirtschaft, Viehzucht, Fütterung). Der F. ermöglicht es auch, für den Ackerbau ungeeignetes Gelände für die Wirtschaft auszunutzen. - Eine besondere Form des F. ist die Dauerweide (s. Weiden). In den Schutzgebieten ist der F. z.B. unentbehrlich für die Pferde- und Straußenzucht (s.d.). Er wird dort entweder in Reinkultur betrieben, z.B. bei Luzerne (s.d.), Mais (s.d.) und Sorghumhirse (s.d.) oder als Zwischenkultur in Plantagenbetrieben, z. B. Kokospflanzungen (s. Kokospalme) zur besseren Ausnutzung des Geländes und Erleichterung der Viehhaltung, dabei auch zur Verbesserung des Bodens (s. Gründüngung). Mit Ausnahme der oben genannten speziellen Fälle befindet sich der F. in den Schutzgebieten noch völlig in den Anfangsstadien; jedenfalls steht ihm aber für die dortige Landwirtschaft noch eine große Zukunft bevor. Reinkultur versagt in vielen Fällen, wo Gemische sich gut bewähren. Für jedes engere Anbaugebiet sind die geeignetsten Mischungen ausfindig zu machen.

Literatur: S. Futterpflanzen, Luzerne, Gründüngung, Mais, Sorghumhirse u. die übrigen Spezialkapitel.

Busse.