|
Futtermittel, die zur Ernährung
der Tiere gebrauchten pflanzlichen und tierischen Stoffe. Alle F.
bestehen
zunächst aus "Trockensubstanz" und Wasser. Als Futtertrockensubstanz
bezeichnet
man den wasserfreien Teil einer Futterration (s. Fütterung) oder eines einzelnen Futtermittels.
Die in der Trockensubstanz enthaltenen Nährstoffe werden eingeteilt in
organische und unorganische, erstere wiederum in stickstoffhaltige und
stickstofffreie. Nach dem Trockensubstanzgehalt sind zu unterscheiden:
1. Trockenfutter, Heu und Stroh (auch mit dem gemeinsamen Namen Rauhfutter bezeichnet), sowie Körnerfrüchte
(Schrot)
u. a. trockene F., mit 84 - 88% Trockensubstanz; 2. Grünfutter: Mähfutter und Weidepflanzen, auch
Zuckerrüben und Kartoffeln, mit 20
- 30% Trockensubstanz; 3. die wässerigen F., z.B. Runkelrüben,
Schnitzel,
Milch, mit 10 - 12% Trockensubstanz. Nach dem
Nährstoffgehalt
werden nährstoffreiche oder Kraft - F. und nährstoffarme F.
unterschieden.
Dazwischen verschiedenste Übergänge; endlich eiweißreiche, fettreiche
und kohlenhydratreiche. (Näheres bei v. d. Goltz.) Von F. tierischer
Herkunft
sind zu nennen: Fisch- und Fleischmehl, Milch und Molkereiabfälle. -
Wichtigere,
in den Schutzgebieten produzierte F. sind Mais (s.d.) und Sorghumhirse (s.d.), sowohl als Körnerfutter
wie als Grünfutter und Stroh verwendet, Luzerne
(frisch und als Trockenfutter; s.d.), verschiedene, speziell tropische
Futterpflanzen (s.d.), Reis (s.d.), Bohnen-
(s.d.) und Erbsen- (s.d.) Arten,
Buchweizen (Kiautschou), Bananen (s.d.),
namentlich aber Preßrückstände von der Ölfabrikation, z.B. Preßkuchen
und -mehl von Palmkernen (s. Ölpalme),
der Kopra (s. Kokospalme), Erdnüssen (s.d.), Baumwollsamen (s.
Baumwolle), Sesam (s.d.) usw. Unter den Methoden der Zubereitung
von F. spielen die unter Entwicklung von Gärungsprozessen bewirkte -
Braunheu-
Bereitung und Einsäuerung (Ensilage) in manchen Ländern und Gegenden
eine
gewisse Rolle (die Einsäuerung wird u.a. auch in Indien für Sorghumheu
zur Beseitigung der Blausäure benutzt). In den Schutzgebieten vorläufig
kaum erforderlich; Herstellung auch stets mit Risiko verbunden. Gutes
Grünfutter ist dem Sauerfutter vorzuziehen. S.a. Fütterung.
Literatur: Weiske in v. d. Goltz, Handbuch d. Landwirtschaft, Bd. 3 S.
234 ff. Tübing.
1890 (daselbst noch weitere Lit.). - Werner, Handbuch d. Futterbaud. 3. Aufl.,
Berl. 1907. Stebler, Die besten Futterpflanzen. Bern 1908. - Landlexikon von K.
zu Putzlitz u. L. Meyer,
Bd. 2. Stuttgart 1911 (Farbige Tabellen für den
Nährstoffgehalt der F.). - Zagorodsky in
Tropenpfl. 1911 S. 413 (Erderbse) u. ebenda,
Beihefte 1911 S. 283 (Bananen). Im übrigen s. die betr. Artikel.
Busse.
|