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Futterpflanzen, die als Futtermittel
(s.d.) verwendeten oder speziell zu deren Gewinnung angebauten Gewächse.
Als F. im weiteren Sinne sind die Kleearten und kleeartigen Gewächse,
die Gräser sowie Wurzel- und Knollengewächse und Hülsenfrüchte zu betrachten, als F. im
engeren Sinne nur die ersten beiden Gruppen, ein Teil der Wiesengräser
und Getreidearten, einige Hülsenfrüchte und einzelne andere Pflanzen.
Beim Anbau von F. (s. Futterbau) wird
besonderes Gewicht auf hohen Gehalt des
zu erntenden Futters an Eiweißstoffen (verdaulichem Protein) gelegt; der
wirtschaftliche Wert einer F. wird nach der Menge verdaulichen Proteins
berechnet, den sie pro Hektar liefert. Tür einen rationellen Futterbau
ist daher genauere Kenntnis des Nährstoffgehalts der F. erforderlich.
Von den bei uns angebauten F. kommt für die Schutzgebiete die Luzerne (s.d.) vorläufig allein in Betracht. Von
dort eingebürgerten Getreidearten sind Mais (s.d.) und Sorghumhirse (s.d.) zu nennen. Die in den
Schutzgebieten
natürlich vorkommenden Futterpflanzen systematisch festzustellen,
botanisch
zu bestimmen und auf ihren Nährwert zu untersuchen, ist eine der
wichtigsten
Aufgaben der nächsten Zukunft. In Deutsch-Südwestafrika ist damit
vor,
einigen Jahren begonnen worden. Auch aus Deutsch-Ostafrika liegen Anfänge vor
(Näheres
bei Eichinger). Daneben sind solche fremdländische F. zu prüfen, die
sich
bereits in anderen Gebieten unter analogen Verhältnissen bewährt haben.
Auch in dieser Richtung werden Versuche ausgeführt von den Instituten
Amani (Deutsch-Ostafrika) und Victoria (Kamerun), dem Botanischen Garten in Rabaul (Deutsch-Neuguinea)
und verschiedenen landwirtschaftlichen Versuchsstationen (s. Landwirtschaftliches
Versuchswesen).
Auch Gründüngungspflanzen kommen dabei in Betracht (s. Gründüngung). Dabei sind bereits manche
beachtenswerte
- positive und negative - Ergebnisse erzielt worden. So haben sich in
Usambara die vielfach versuchsweise
angebauten
bekannten europäischen Futterpflanzen (wie Kleearten, Esparsette, Gräser) sehr wenig bewährt. Über Luzerne (s.d.) liegen abgeschlossene Versuche aus
den tropischen Kolonien noch nicht vor;
in Deutsch-Südwestafrika gedeiht sie vorzüglich. Von speziell für die
warmen Klimate geeigneten F., die teilweise in den Schutzgebieten
vorkommen
oder dort schon geprüft worden sind, sind u. a. zu nennen: Andropogon
halepensis (Sudangras, Aleppohirse) (s.d. u. Lit. Piper), Melinitis
minutiflora, Desmodium tortuosum (Floridaklee), Lathyrus tingitanus (Tanger
Platterbse),
Paspalum dilatatum, Panicum jumentorum
(Guineagras, s.d.), Cyngdon dactylon
(Bermudagras, s.d.), Euchlaena
mexicana
(Teosintegras), Lespedeza bicolor,
L. striata ("Japan -Clover"), Pueraxia Thunbergiana. Phalaris commutata,
Richardsonia scabra ("Mexican Clover"), die "baumartige Luzerne",
Medicago
arborea, verschiedene tropische Bohnen- und Erbsenarten, die Salzbüsche:
Atriplex- und Salsola-Arten (s. bei Eichinger) und die Kaktus-Feige
(Opuntia
Ficus indica).
Literatur: Strebel in v. d. Goltz, Handbuch d.
Landwirtschaft, Bd. 2, 482 ff.
Tübing. 1890. -
Werner, Handbuch d. Futterbaus, 3. Aufl.
Berl. 1907. - Stebler, Die besten Futter
Pflanzen. Bern 1908. -Zimmermann im
"Pflanzer", 1908, S. 225, 250, 269, 273, 300,
319; 1911, S. 231. - Eichinger, ebenda, 1911,
S. 26, 74, 387; 1912, S. 86. - Piper, Sudan
Grass, a new drought - resistant kay plant.
U. S. Dept. of Agricult. Bureau of Plant
Industry 1913, Circ. Nr. 125 (mit Abb.). -
Außerdem zahlreiche Mitteilungen im
"Tropenpflanzer", Bulletin of the Malay
Federated
States Tropical Agriculturig Agricultural
Journal of India, Veröff. des U. S. Departm.
of Agriculture in Washington usw.
Busse.
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