Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 674 f.

Gabelentz, Hans Georg Conon von der, Sohn des vorigen, geb. 16. März 1840 in Poschwitz bei Altenburg, gest. 11. Dez. 1893 in Berlin, zuerst in sächsischen und elsässischen Staatsdiensten tätig, dann Professor der ostasiatischen Sprachen in Leipzig, zuletzt in Berlin. Seine Hauptarbeiten liegen auf dem Gebiete. des Chinesischen, Japanischen und Mandschu. Große Verdienste erwarb er sich auch für die allgemeine Sprachwissenschaft durch sein großes Werk: Die Sprachwissenschaft, Berl. 1891, 2. Aufl. 1901, und sein Handbuch zur Aufnahme fremder Sprachen, Berl. 1892. In deutsches Kolonialgebiet gehört die mit A. B. Meyer unternommene, aber unvollendet gebliebene Arbeit: Beiträge zur Kenntnis der melanesischen, mikronesischen und papuanischen Sprachen (Abhandl. d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss. XIX, Philol. - hist. Kl. VIII [1883] S. 373 - 542). Sie erlangte nicht solche Bedeutung wie die Arbeit des Vaters, hat aber das Verdienst, zum erstenmal Sprachen von Neuguinea in einigem Umfang in die Untersuchung einbezogen zu haben, ohne indes, zum Teil infolge der Mangelhaftigkeit des Materials, über deren Stellung zu einem abschließenden Urteil zu gelangen.