Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 674

Gabelentz, Hans Conon von der, geb. 13. Okt. 1807 zu Poschwitz bei Altenburg, gest. 3. Sept. 1874 zu Lemnis bei Triptitz, studierte in Leipzig und Göttingen Rechtswissenschaften und orientalische Sprachen, war nacheinander im altenburgischen und weimarischen Staatsdienst tätig. Seine Mußestunden gehörten der Sprachwissenschaft, und er war mit seinen Arbeiten grundlegend tätig für eine ganze Reihe von Sprachgebieten. Durch seine Arbeit: Die melanesischen Sprachen nach ihrem grammatischen Bau und ihrer Verwandtschaft unter sieh und mit den malaiisch - polynesischen Sprachen untersucht (Abhandl. d. Kgl. Sächs. Ges. d. Wiss., Philol. -hist. Kl. III, S. 1 - 266, VII S. 1 - 186) reihte er den von W. v. Humboldt (s.d.) miteinander in Verbindung gebrachten indonesischen (= malaiischen; s. Austronesische Sprachen) und polynesischen Sprachen (s.d.) als dritte selbständige Gruppe die melanesischen Sprachen -zunächst von Neukaledonien, den Neuhebriden, Fidji und den Salomoninseln - an und ermöglichte erst dadurch die richtige Beurteilung der gesamten austronesischen Sprachen (s.d.), insbesondere aber auch der polynesischen.