Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 676

Gallen, Zellwucherungen, die an sehr vielen Pflanzenarten gelegentlich in großer Zahl sich finden, und die von Tieren verschiedener Gruppen (Gallwespen, Gallmücken, Gallmilben usw.) hervorgerufen werden. Sie finden sich teils an den Blättern, teils auch an den Knospen, den Stengeln, den Blüten, der Rinde und den Wurzeln. Je nach der Tierart, der sie ihren Ursprung verdanken, besitzen sie meist eine bestimmte, oft sehr regelmäßige Form und kommen an ganz bestimmten Teilen der Pflanze vor. Besitzen sie eine mehr oder weniger kugelige Form, so nennt man sie Galläpfel. Bei Pflanzen mit bedeutendem Gerbstoffgehalt sind namentlich die G. reich daran. Veranlaßt wird die Zellwucherung durch ein Sekret des Tieres, ein sog. Enzym, welches entweder das Muttertier bei Ablage des Eies in die Wunde ergießt (Blattwespen), oder welches die sich von den weicheren Teilen der G. nährende Larve absondert. G. kommen überall auf der Erde, also auch in unsern sämtlichen Kolonien vor.

Dahl.