Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 676 f.

Gama, Vasco da, hervorragender portugiesischer Seefahrer, geb. 1469 (?) in Sines, gest. 1524 in Kotschin. G. verdankt seinen Ruhm der energischen Durchführung des lange verfolgten Planes, Indien auf dem östlichen Seewege zu erreichen; jedoch kann er nicht als sein Entdecker bezeichnet werden. Die berühmte erste Expedition G.s verließ im März 1497 Lissabon, umschiffte erst im Januar 1498 das Kap und segelte dann entlang der afrikanischen Ostküste bis Melinde. Von letzterem wurde der Kurs auf die Malabarküste genommen, wo die ersten Handelsbeziehungen mit Indien angeknüpft wurden. Die zweite Expedition (1502/03) hatte den Zweck, unter gewaltsamer Verdrängung der Araber die endgültige Festsetzung der Portugiesen in Indien vorzubereiten. An der deutsch - ostafrikanischen Küste wurde zunächst Kilwa unterworfen, das als portugiesischer Stützpunkt Bedeutung erlangte. In Indien gelang es G., die arabischen Handelsbeziehungen ganz zu unterbinden, den Samudrin von Calicut zu besiegen, die kleineren Staaten Malabars in portugiesische Vasallenschaft zu bringen und eine Flotte dauernd zu stationieren. 20 Jahre später kam G. nochmals als Vizekönig nach Indien, starb aber bald nach seiner Ankunft in Kotschin.