Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 677

Gamams in Deutsch- Südwestafrika ist der Sitz des ksl. veterinär - bakteriologischen Institutes, das bei der Abwehr und Unterdrückung von Tierseuchen in dem Schutzgebiet bereits wertvolle Dienste geleistet hat. Das Institut ist unter Gouverneur Leutwein (s.d.) nach den Angaben von Veterinärarzt Rickmann (s.d.) errichtet und von diesem bis zum Jahre 1907 mit Erfolg geleitet worden. Zurzeit steht dem Institute, dessen räumliche Ausdehnung den Ansprüchen nicht mehr genügt und das deshalb ausgebaut werden soll, der Veterinärbakteriologe Dr. Sieber vor. Das Institut hat die Aufgabe, Tierseuchen, deren Wesen und Natur nicht geklärt sind, zu erforschen, den Regierungstierärzten bei der Feststellung von Seuchen, sofern diese eine genauere Untersuchung erfordern, zur Seite zu stehen und Impfstoffe sowie sonstige Heilmittel zur Unterdrückung der im Lande herrschenden Seuchen herzustellen und bereitzuhalten. Durch die Herstellung von Impfstoffen hat G. insbesondere zur raschen Unterdrückung der Rinderpest beigetragen, die zweimal im deutsch-südwestafrikanischen Schutzgebiete aufgetreten ist.

v. Ostertag.