Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 677

Gamane, Ort in Kamerun im Flußgebiet des Dume, auf der südlichen Abdachung der Sanagaschwelle. G. ist das frühere Bertua, das nach dem gleichnamigen Häuptling der Baia (s.d.) genannt war. Bertua war, wie auch Gasa, ein Vasallenstaat von Ngaundere, das seinen Einfluß bis in das Maka- und Kakagebiet geltend machte. Von dort ist den Baia mohammedanische Religion und mohammedanische Kultur gekommen, die allerdings sehr auf der Oberfläche haften geblieben ist. Der mohammedanische Charakter herrscht aber in der Stadt noch v or. In ständigem Krieg waren die Baia von Bertua mit den Kaka (s.d.) des Waldlandes. G. liegt bereits auf dem Graslande. Der Häuptling Bertua wurde 1902 von v. Stein verjagt und Eriman Diba zum Sultan gemacht. Dieser hat aber nur geringe Macht, und schon die ganz nahe sitzenden Häuptlinge sind fast ganz unabhängig. Die Einwohner von G., die Baia Baia, sind eifrige Händler. Ihr Handel nach Süden beschränkt sich aber nur auf das Gebiet der noch im Grasland sitzenden Kaka. In den Urwald selbst dringen sie nicht ein. Ihr Handel geht also zur Hauptsache nach Norden und Osten. Handelsstraßen von Jaunde, von Carnot, Gasa und von Molundu stoßen in G. zusammen. Es ist der Sitz einer ganzen Reihe von Faktoreien und gehört zur Verwaltung des Bezirks Lomie.

Passarge - Rathjens.