Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 678

Garneelen, Carididae, wirtschaftlich wichtige Familie der langschwänzigen, zehnfüßigen Panzerkrebse mit gutem Schwimmvermögen, meistens auf sandigem Grund an den Küsten lebend. In Kamerun kommt eine Süßwasser - G. (Palaemon jamaicensis) vor, außerdem an der Küste Penaeus brasiliensis Latr., die hier die stattliche Größe von 18 - 20 cm erreicht. Sie wird von, den Eingeborenen meist geröstet oder geräuchert und in dieser Form auch verschickt. Teils wird sie ganz verspeist, teils zu Pulver zerkleinert und dann als Würze verwendet. Die Europäer verzehren sie frisch abgekocht. Sie ist sehr wohlschmeckend und -wird hochgeschätzt. Eine andere Art lebt an der Küste von Deutsch- Südwestafrika. Häufig kommt eine G.art an der Küste von Deutsch-Ostafrika vor, besonders in den stillen Creeks der Flüsse. Ihr Fang wird meistens von Weibern und Kindern mit Tüchern betrieben: ein etwa 4 in langes, 1 - 1 1/2 m breites Tuch aus dunklem Baumwollenstoff wird an den beiden Schmalseiten angefaßt und langsam zum Strande gezogen. An beiden Seiten schlagen Weiber und Kinder mit Stöcken ins Wasser, um die G. am Ausbrechen zu verhindern. Am Ufer wird das Tuch mit dem untern Ende aus dem Wasser genommen. Das Wasser läuft ab, und der Fang wird herausgenommen. An der ganzen Westküste Afrikas leben G., meistens den Gattungen Penaeus und Palaemon angehörend, in ungeheuren Mengen und zwar im Meere wie auch in den Lagunen und den Flußmündungen. Sie werden fast überall gefangen. Am größten ist der Fang in Dahomé, wo sie frisch oder geräuchert verzehrt werden. Dahomé exportiert auch große Mengen von geräucherten G. und versorgt damit einen großen Teil von Nigerien und Togo.

Lübbert.