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Gartenbau. Der G. umfaßt drei Hauptgebiete, die Anlage und Pflege des
Ziergartens, den Obstbau und den Gemüsebau. Von den beiden letzteren Zweigen ist
in besonderen Artikeln die Rede. Überall dort, wo der Pflanzer in den
Tropen und Subtropen günstige Verhältnisse für seine
Kulturen
findet, wird er auch meist die Umgebung seines Hauses gärtnerisch
ausgestalten
können. Er wird in der Regel die natürliche, parkartige Gartengestaltung
den künstlichen Formen vorziehen. Unter geschickter Benutzung der
Geländeverhältnisse
und der in der ursprünglichen Vegetation vorhandenen, dekorativen Gewächse,
wie alter Bäume und Palmen, wird, er
bestrebt
sein, der ganzen Anlage etwas Geschlossenes zu geben und doch dem aus
dem Hause Hinausblickenden Durchsichten auf die landschaftlichen
Schönheiten
der ferneren Umgebung gestatten. In der Nähe des Hauses wird er aus
hygienischen
Rücksichten - so schön die Wirkung auch sein könnte - jede ornamentale
Anpflanzung vermeiden und ebenso im Garten selbst allzu dichtes
Buschwerk,
das Raubzeug und Ungeziefer sicheren Unterschlupf gewährt. Die freien
Flächen sind möglichst rasenartig zu bepflanzen und die Wege in
gefälligen
Linien unter Berücksichtigung des Geländes und der einzelnen,
vorhandenen
Bäume zu führen. An einen Rasen in der Art unserer heimischen Ziergarten
ist meistens nicht zu denken. Unsere Rasengräser versagen fast alle im
tropischen Klima. Die gröberen, tropischen
Gräser mit ihren kriechenden Formen
bieten
einen ausreichenden Ersatz und liefern meist noch eine gute Nutzung als
Pferdefutter. An sehr schattigen Stellen geben Selaginellen eine schöne,
grüne Bodenbedeckung. Für die Umgrenzung des Parkes liefern viele
Gattungen
der tropischen Hülsenfrüchtler reichen, farbenprächtigen Blütenflor, so
Poinciana regia, Cassia, Albizzia,
Pithecolobium,
ferner Lagerstroemia sowie viele Vertreter der Bignoniazeen und
Apocynazeen.
Anmutige, reich blühende Recken geben Bixa Orellana, Hibiscus - Arten, Duranta, leuchtende Früchte von
Erythroxylon u. a. Als dekorative Einzelpflanzen sind Bananen, niedrige Fächerpalmen, Dracaenen, Fächerbananen und
andere zu nennen. Für Blumenbeete eignen sich besonders diejenigen der
bei uns verbreiteten Zierpflanzen,
die ihre Heimat in den Subtropen oder Tropen haben, z.B. Canna,
Gladiolus,
Mirabilis, Phlox, Zinnia, Datura, Tabak,
Salvia splendens und auch manche Nelken- und Rosensorten. Durch die
Schönheit
ihrer Belaubung oder ihrer Blätter wirken Anthurium, Monstera, Pandanus,
Canna u.a. Die Beete für diese Anpflanzungen bedürfen sorgfältiger
Bearbeitung
und guter Düngung.
Literatur: Macmillan, A Handbook of tropical gardening and planting.
Colombo 1910. - Deistel, Tropischer Gartenbau. Hamb. 1912.
Voigt.
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