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Garua (s. Tafel 59),
Hauptstadt der Residentur G. in Nordkamerun, die
vom Benue bis zum Nordhang des Mandaragebirges reicht. Sie liegt am
Nordufer
des Benue, am Fuß des Tengelingebirges, und wird von Fulbe (s.d.) bewohnt, welche die umwohnenden
heidnischen
Battastämme (s.d.) unterworfen haben. Die günstige Lage der Stadt macht
sie, zu einem Handelszentrum ersten Ranges. Der Benue ist bis G. für
Dampfer
von 1 Fuß Tiefgang von Juli bis Januar schiffbar (s. Tafel 60); in der
wasserreichsten Zeit gelangen, diese aber weiter auf dem Mao Kebbi
(s.d.) bis Lere, auf dem Benue bis
Rei Buba und auf dem Faro
bis Tschamba. So laufen in G. die Straßen von Tsadsee
- Logone über Binder, aus Bubandjidda
und Ngaundere zusammen, und G. macht schon dem weiter
flußabwärts auf englischem Gebiet liegenden Jola
Konkurrenz. - Nach Norden führen 2 Handelsstraßen
über Marua zum Schari
und über Madagali-Dikoa zum
Tsadsee. Der Handel liegt großenteils in den Händen der Haussa
(s.d.). Jetzt befinden sich in G. eine deutsche und eine englische
Faktorei
der Niger - Co. (erstere ist inzwischen
von der Niger - C. aufgekauft). G. nimmt im Binnenhandel nach Molundu
in Südkamerun die erste Stelle ein. Die Hauptprodukte des Exports sind
Kautschuk, Elfenbein, Baumwolle,
Guttapercha und Gummi arabicum, sodann geht ziemlich viel Vieh den
Benue hinab. Der Export an Gummi war im letzten Jahr bedeutend
zurückgegangen.
Der Gesamthandelswert beläuft sich für 1912 auf etwas über 1 Mill. M.
G. ist der Sitz der Residentur, einer Kompagnie der Schutztruppe,
eines Zollamts, einer Postagentur (s. Tafel 60). Es hat eine
Regierungsschule
und ein Lepraheim für die Eingeborenen. Niederschlagstabelle s. Kamerun
(s. Tafel 81).
Passarge - Rathjens.
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