Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 681

Gazellen, schlanke Antilopen von mittlerer Größe mit sehr zierlichen Läufen, die von Nordchina über Mittelasien und das nördliche Vorderindien bis zur Massaisteppe in Deutsch - Ostafrika und zu den östlichen Grasländern im Hinterlande von Kamerun verbreitet sind, in Togo und in den südlichen und westlichen Teilen von Deutsch - Ostafrika sowie in den zum Meere abwässernden Gebieten Kameruns fehlen und in Deutsch - Südwestafrika durch den Springbock (s. d.) vertreten werden. In Deutsch-Ostafrika kommen in der Massaisteppe an vielen Orten mehrere Arten nebeneinander vor, die Zwerggazelle, Gacella thomsoni, deren Schwanzwurzel von der Färbung des Rückens ist, die Riesengazelle, Gacella granti, bei welcher die weiße Färbung der Unterseite bis an die Schwanzwurzel heranreicht, und die Girgffengazelle, Lithoeranius, welche einen sehr langen Hals und einen dunklen Sattel auf dem Rücken hat. Aus den Tsadseeländern kennt man eine rotstirnige mit dunklem Seitenstreif gezierte G. Von der Zwerggazelle sind schon mehr als ein halbes Dutzend Rassen aus Deutsch-Ostafrika beschrieben worden.

Matschie.