Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 690

Geistliche Genossenschaften (Orden im weitern Sinne), sind von der kirchlichen Behörde approbierte Vereinigungen katholischer Christen, die durch das Gelübde bzw. das eidliche Versprechen der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams sich unter gemeinsamer Regel und gewöhnlich auch gemeinsamer Lebensweise zu höherem geistlichen Streben verpflichtet haben. Man unterscheidet männliche, die aus Priestern (Patres) und Brüdern (Fratres), und weibliche, die aus Schwestern oder Nonnen bestehen, weiterhin eigentliche Orden (s.d.), die durch feierliches oder ewiges, und sog. Kongregationen, die nur durch einfaches Gelübde oder ein Versprechen verbunden sind. In den deutschen Kolonien liegt das Katholische Missionswerk ausschließlich in der Hand solcher G., meist sog. Missionsgenossenschaften (s. Mission 3).

Literatur: Heimbucher, Die Orden u. Kongregationen der Kath. Kirche. 3 Bde. Paderborn 1907.

Schmidlin.