Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 703

Genossenschaft der Pallottiner (P.S.M. = Pia Societas Missionum), katholische religiöse Kongregation, von dem römischen Priester Vinzenz Pallotti im Jahre 1835 zur Erhaltung, Verbreitung und Förderung des Glaubens und der Frömmigkeit (vorwiegend durch innere Mission) gestiftet. Die augenblicklich in 4 Provinzen abgeteilte und gegen 600 Mitglieder (Priester und Laienbrüder) zählende Genossenschaft hat Missionen in Westaustralien und Afrika (Eingeborenenmissionen), in den Vereinigten Staaten, England und Italien (bei Eingewanderten), in Argentinien, Chile, Brasilien, Uruguay (Indianer-, Neger- und Kolonistenmissionen). Der Generalrektor, zurzeit der deutsche Pater Gießler, residiert im Mutterhaus zu Rom. Der deutschen Provinz der Pallottiner wurde 1890 die Mission in Kamerun (s.d.) übertragen; infolge hiervon erhielt sie die Erlaubnis, in Deutschland sich niederzulassen. Mutterhaus mit Noviziat und philosophisch -theologischer Lehranstalt in Limburg (Lahn) (1892), Studienhäuser für die Gymnasialfächer in Ehrenbreitstein a. Rh. (1893) und Vallendar a. Rh. (1900). Der Provinzial (P. Kolb) wohnt in Limburg. Hilfswerk: Mitarbeiter der Genossenschaft. Organ: Stern von Afrika (20. Jahrgang).

Literatur: P. Hettenkofer, Brevis Historia Piae Soc. Miss. Romae 1906. - P. Wynen, Catalogus Piae Soc. Miss. Limburg 1910. - Des ehrw. Vinzenz Pallotti Werk. Limburg 1911. - Huch, Bis an die Enden der Erde, 11, 275 ff. Frankenstein 1903. - Heimbucher, Die Orden u. Kongregationen der Kath. Kirche III2, 484 f. Paderborn 1908. - Niderberger, Leben u. Wirken des ehrw. Vinzenz Pallotti. Limburg 1900. - Analecta P. S. M. Romae, fortlaufend.

Schmidlin.