Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 704

Genußmittel, Stoffe, die dazu dienen, die menschliche Ernährung abwechslungsreich zu gestalten oder den Geschmack von Nahrungsmitteln zu verbessern oder deren Verdaulichkeit und Ausnutzung für den Körper zu erhöhen. Einige G. werden für sich allein, lediglich als Anregungsmittel innerlich oder durch Rauchen genossen und wirken im Übermaß schädlich (daher auch "Reizmittel" genannt), so z.B. Alkohol und Tabak. Andere werden auch als Medikamente verwendet, z.B. Kola, Koka und Opium. Die G. aus dem Pflanzenreich lassen sich in folgende Gruppen einteilen:

1. Alkaloidhaltige Genußmittel, z.B. Kaffee, Tee, Kakao, Kola, Koka, Mate;

2. Gewürze;

3. gewisse Obstarten, die entweder einen so geringen Nährwert haben, daß ,sie kaum als Nahrungsmittel anzusprechen sind (z.B. Orangen) oder überhaupt nur in geringen Mengen genossen werden (z.B. Zitronen);

4. Alkoholika;

5. Narkotika, z.B. Tabak, Haschisch, Opium. S. die einzelnen Genußmittel.

Literatur: Hartwich, Die menschlichen Genußmittel, Lpz. 1911 (mit umfassenden Literatur nachweisen und zahlreichen Abb.).

Busse.