Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 709

Gerbstoffe, diejenigen Materialien, mit denen tierische Häute haltbar gemacht, d.h. in Leder umgewandelt werden. Nach den verwendeten Rohstoffen teilt man das Verfahren in drei Gruppen. Die Loh- oder Rotgerberei verwendet pflanzliche Gerbstoffe (s. Gerbpflanzen), zur Sämischgerberei dienen Trane, z.B. Dorschlebertran, und für die Mineralgerberei gebraucht man entweder Alaun und Kochsalz (Weißgerberei) oder Chromsalze (Chromgerberei). Die letztere ist eine Erfindung des vorigen Jahrhunderts. Die ersten beiden Verfahren, namentlich die Verwendung pflanzlicher Gerbstoffe finden sich in mehr oder weniger entwickelter Form bei fast allen Naturvölkern. Pflanzliche Gerbstoffe dienen zum Teil auch zum Färben (s. Farbstoffe).

Voigt.