Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 716

Geschlechtsgenossenschaft. Theoretisch bestand die urzeitliche Horde aus einer Anzahl blutsverwandter Individuen ohne geregelten Geschlechtsverkehr. Aus dieser G. soll sich ergeben haben, daß wohl die Mutter, nicht aber der Vater des Kindes bekannt war. Das Kind gehörte der Mutter, sein gegebener Beschützer war deren Bruder. Entstanden in dieser Horde Gruppen, so war deren Mittelpunkt die Mutter. Die G. ist. ein Versuch zur Erklärung des Mutterrechtes (s. Ehe).

Thilenius.