Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 737

Gibeon, Ort im Tale des Fischflusses in Deutsch-Südwestafrika, unter 25° s. Br. in 1170 m Seehöhe gelegen. Der Platz ist verhältnismäßig jung. Der Führer der zu den Orlam (s. Hottentotten) gehörigen Kowesin, der nachmals Witbois (s.d.) genannten Hottentotten (s.d.), Kido Witboi, wählte ihn im Jahre 1862 zum Sitze seines Stammes. Im folgenden Jahre wurde daselbst von der Rheinischen Missionsgesellschaft (s.d.) eine Station angelegt, und damit erhielt der Sitz der Kowesin den Namen G. Nachmals war G. von dem Hauptteil des Stammes, der sich auf Hoornkrans im Westen des Bastardlandes angesiedelt hatte, verlassen. Erst nach der Unterwerfung Hendrik Witbois (s.d.) unter die deutsche Herrschaft wurde er wieder dort angesiedelt. G. ist der Mittelpunkt eines Verwaltungsbezirks, ferner befindet sich daselbst ein Zollamt sowie ein Postamt nebst einer Telegraphenstation. Auch ist dort eine Regierungsschule vorhanden. Niederschlagstabelle s. Deutsch-Südwestafrika.

Dove.