Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 737

Giemsa, Gustav, Professor, Chemiker, geb. am 20. Nov. 1867 zu Blechhammer, Schlesien. G, studierte Chemie und Pharmazie in Leipzig, war von 1895/1898 in, Deutsch-Ostafrika als erster Gouvernementsapotheker und -chemiker tätig, arbeitete darauf im chemisch - physiologischen Institut der Universität Berlin, war seit 1900 Assistent, von 1910 ab Abteilungsvorsteher am Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten in Hamburg und ist hauptsächlich bekannt durch die nach ihm benannte Färbemethode von Protozoen. Schriften kolonialen Inhalts: Trinkwasserversorgung und -untersuchung in den Tropen; Chemisch -physiologische und therapeutische Untersuchungen über Chinin und dessen Derivate; Färberische Darstellung von Protozoen, insbesondere von protozoischen Krankheitserregern; Isolierung ultramikroskopischer Krankheitserreger; Ultrafiltration; Bekämpfung der Pest durch Vernichtung ihrer Übertrager (Ratten usw.) mittels Kohlenoxyd; Stechmückenbekämpfung mit Hilfe zerstäubter kuligider Flüssigkeiten; Irrespirable Luft in Schiffsräumen; Biochemische Arbeitsmethoden bei Versuchen mit Malaria.