Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 738

Giftnattern (Proteroglypha), Unterfamilie der Schlangen aus der Familie der Nattern (Colubridae), ausgezeichnet durch den Besitz von vorn im Oberkiefer stehenden, nicht zurücklegbaren, gefurchten Giftzähnen. Zu ihnen gehören die gefährlichsten Giftschlangen der tropischen und subtropischen Gebiete Afrikas, Asiens und Austrahens. Als Tagtiere kommen sie weit öfter mit dem Menschen in Berührung als die eine nächtliche Lebensweise führenden Vipern, und sie sind außerdem weit lebhafter, beweglicher und auch angriffslustiger als jene, so daß Verletzungen und Todesfälle durch ihren Biß durchaus nicht zu den Seltenheiten gehören. Die bekanntesten Vertreter der Gruppe sind die Brillen- oder Hutschlangen (s. Brillenschlangen), die in einer Reihe von Arten über fast ganz Afrika und Südasien verbreitet sind. Ferner zählen zu den G. sämtliche Giftschlangen Australiens und Polynesiens, u.a. die gefürchtete Todesotter (Acantophis antarcticus) Neuhollands und Neuguineas (s. Farbige Tafel Tropische Giftschlangen Abb. 5). Auch die meerbewohnenden Seeschlangen (s.d.) gehören hierher.

Sternfeld - Tornier.