Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 738

Giftpflanzen sind in den deutschen Kolonien sicher zahlreich vertreten, doch sind ihre durch Alkaloidoder Glykosidgehalt hervorgerufenen giftigen Eigenschaften erst teilweise bekannt. Verwenden die Eingeborenen sie zur Herstellung von Pfeilgiften (s.d.), von Zaubertränken und Medikamenten, so haben sie ein Interesse daran, das Geheimnis nicht zu lüften. Mehr wissen wir durch sie über Pflanzen, deren Gift dem Vieh verderblich wird. Die hervorragendsten Pfeilgiftpflanzen Afrikas sind die Acocanthera venenata, das Physostigma venenosum und Strophanthusarten. Zu Gifttränken wird benutzt eine Abkochung der Rinde von Erythrophloeum guineense und der Same mancher Strychnosarten, dem Vieh schädlich sind neben vielen anderen eine Reihe von Arten aus der Gattung Dichapetalum. Für die Augen wirken giftig in Afrika die Milchsäfte vieler strauchund baumartiger Euphorbiazeen ([s.d.] Euphorbia und Synadenium), in Neuguinea Vertreter der Gattungen Hernandia und Cerbera. G. besonderer Art besitzen die Karolinen einerseits in dem Pangium edule, dessen roh genossene Samen stark blausäurehaltig sind, und andererseits in dem Anakardiazeenbaum Semecarpus venenosus. Der Rindensaft des letzteren und sogar das aus seiner Krone herabträufelnde Regenwasser erzeugt fressende Geschwüre auf der Haut (s.a. Pfeilgifte).

Volkens.