Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 740

Glauning, Hans, Hauptmann in der Schutztruppe, geb. 29. Jan. 1868 zu Berlin, gest. 5. März 1908 im Muntschigebiet (Kamerun). Gl. wurde 1889 Leutnant in der sächsischen Armee und trat 1894 in die Schutztruppe für Ostafrika über, in welcher er 1895 an den Kämpfen gegen Hassan ben Omari teilnahm und die Station Mpapua leitete. 1898/99 war er Mitglied der Kommission zur Vermessung der Grenze zwischen Njassa- und Tanganjikasee und der sich daran 1899/1900 anschließenden Pendelexpedition (s.d.) mit Dr. Kohlschütter (s.d.). 1900 zur Schutztruppe für Kamerun versetzt, gründete und leitete Gl. zunächst die Station Ossidinge und machte 1902 als Topograph die Tsadsee - Expedition des Kommandeurs Pavel (s.d.) mit. 1903/04 leitete er die Jola- Tsadsee- Grenzexpedition (s. Gre nzfestsetzungen) und war dann Leiter der Station Bamenda. Er fiel bei einer Expedition gegen den Stamm der Muntschi. Gl. hat sich als eifriger Aufnehmer und Sammler besonders ausgezeichnet. Er übersetzte aus dem Englischen die Schrift des Col. Montanaro: Winke für Expeditionen im afrikanischen Busch, Berl. 1905.