Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 741 f.

Gneis, mehr oder minder deutlich parallel struiertes, flaseriges bzw. geschichtetes Gestein, das aus Quarz, Feldspat, Glimmer, oft auch noch aus Hornblendekristallen besteht und zum Teil auch nicht unwesentliche Mengen von Granat oder Graphit enthält. Die G. sind alle außerordentlich stark metamorphosierte Gesteine, die.die Hauptmasse bzw. den Sockel der Primärformation bilden und zum Teil aus bei der Gebirgsbildung stark gepreßten Eruptivgesteinen (Graniten), zum Teil aus metamorphosierten Sedimenten entstanden sind; sie sind immer sehr stark gefaltet. In Ostafrika und Südwestafrika sowie in Kamerun bilden sie die größten Teile der Gebirge, auch in Togo und Kaiser-Wilhelmsland sind sie weit verbreitet. Die Flaserung und Schichtung der G. ist eine sehr verschieden deutliche; neben ganz dünnschiefrigen, aus scharf abgesetzten Lagen der verschiedenen Mineralien bestehenden G. kommen solche vor, bei denen die parallele Anordnung der einzelnen Mineralkomponenten kaum erkennbar ist und die nur sehr schwierig von Graniten zu trennen sind (z.B. im Innern von Ostafrika), woher die bei verschiedenen Forschungsreisenden so verschiedenen Angaben über dieselben Gebiete stammen.

Gagel.