|
Gold kommt in den deutschen Kolonien
auf drei verschiedenartigen Lagerstätten vor, namlich auf echten
G.quarzgängen,
in Konglomeraten und Breccien, und auf Seifen,
von denen aber nur die erste Art wesentliche Bedeutung hat. Auf Seifen
(s.d.) in losen Flußablagerungen, aber nur in minimalen Mengen, findet
sich G. in Deutsch - Ostafrika in einem Nebenfluß des Mbeinbukuru, in
den Sanden der kleinen Bäche, die vom Irambaplateau nach der
Wembäresteppe
herunterkommen, undin einigenFlüssen, die vomUsindjagebiet nach dem Victoria Njansa abfließen, sowie im Sinujufluß.
Ebenso ist es in geringen Mengen in Togo in den Sanden des Monuflusses
gefunden. Die angeblichen Funde aus Kamerun haben sich alle als
Täuschung
erwiesen. Das bedeutendste Vorkommen von Waschgold ist oder vielmehr war
das am Waria- und Wiwofluß in Kaiser-Wilhelmsland, aus dem zeitweise
erhebliche
G.mengen gewonnen wurden. Es liegt hier zum Teil in den Krümmungen und
WirbelsteUen im Flußbett selbst, zum Teil in 1-2 m über dem Fluß
gelegenem
Schotterterrassen, die 0,9 -1,7 g G. im Kubikmeter enthalten. Im Jahre
1908 sollen dort etwa 450 Goldwäscher an der Arbeit gewesen sein, die
pro Tag bis 31 g Gold (= 83 M) pro Kopf gewannen; jetzt scheint die
Lagerstätte
im wesentlichen erschöpft zu sein. In Konglomeraten, d.h. in geologisch
sehr alten, groben und verfestigten "Seifen", ist G. ebenfalls, aber n
i oh t in abbauwürdigen Mengen in DeutschOstafrika in der Wembäresteppe
und in Ussongo gefunden; die goldführenden Konglomerate
von Ussongo scheinen im Alter und Beschaffenheit mit den
Witwatersrandkonglomeraten
übereinzustimmen und sind eingelagert in eine steilstehende
Schichtenserie
von Sandsteinen, Arcosen usw. Ebenso unbauwürdig sind die schwachen,
steilgestellten,
sehr wenig G. führenden Konglomerate von Aup bei Rehoboth
in Südwestafrika und die goldführenden Quarzite von Kuibis
ebenda. Die wichtigsten deutschkolonialen G.lagerstätten sind die
G.quarzgänge.
Bei Sekenke in der Wemb ä resteppe (Ostafrika) treten
linsenförmige, bis 200 m lange und 3 m mächtige G.quarzgänge an der
Grenze
eines grobkörnigen Quarzdiorits (Granodiorits) zu einem jüngeren,
feinkörnigen
Diorit auf. Die Diorite sind stark gepreßt und
zersetzt
und werden noch von Aplitund Diabasgängen durchzogen. Die Gänge
streichen
NNO/SSW und setzen sehr steil in die liefe. Das G. ist teils in Pyrit
(Schwefelkies) eingewachsen, teils als Freigold
vorhanden. Die ärmeren Gänge gehen in der Tiefe zum Teil in
Pegmatitgänge
über. Durchschnittlich enthält das Ganggestein 40 - 45 g Gold pro Tonne,
zum Teil geht der Gehalt über 60 g
hinaus.
1908/09 wurden 3515 t Erz gefördert mit einem Goldgehalt von 176 kg. und
einem Goldwert von 400 000 M; 1910 7333 t Erz mit 429 kg Gold im Werte
von 946 645 g; 1911 wurden 7132 t Erz mit 395 kg Gold im Werte von 866
188 M gefördert. Aus den oben angeführten Mengen Rohgold wurden 139 bzw.
347 bzw. 316 kg Feingold und 25 bzw. 62 bzw. 59 kg Silber
gewonnen. Die anderen ostafrikanischen G.gänge, an die sich zum Teil so
erhebliche Hoffnungen knüpften, haben sich alle als mehr oder minder
geringfügig
und größtenteils als nicht abbauwürdig erwiesen. Sie zeigen alle
oberflächlich
eine zum Teil sehr goldreiche (Zementations- und Oxydations-)Zone, die
aber nur in ganz geringe Teufe herab ' reicht, während die primäre Zone
unter dem Grundwasserspiegel meistens sehr arm und völlig unbauwürdig
ist. Diese G.gänge setzen alle auf in steil aufgerichteten, stark
gefalteten
und metamorphen Schiefern, Sandsteinen und Quarziten
(Eisenquarzitschiefern),
Glimmerschiefern, Phylliten, Amphiboliten usw., die von sauren und
basischen
Eruptivgesteinsgängen (Aplit, Diabas usw.) durchsetzt werden; im Gneisgebiet sind
sie bisher nicht beobachtet. - Die G.gänge des Irambaplateaus setzen in
Phylliten, Ton- und Glimmerschiefern auf, die durch Granit
kontaktmetamorphosiert sind, zum Teil in Hornfels umgewandelt und mit
Magnetkies imprägniert sind. Sie
werden
durchsetzt von Granitporphyr- und Quarzporphyrgängen sowie von
Diabasgängen,
und die G.quarzgänge sind da besonders reich, wo sie mit diesen
Eruptivgesteinsgängen
zusammentreffen und von ihnen abgelenkt werden. 7 G.gänge sind hier
genauer
untersucht; ihre Mächtigkeit schwankt von 20 - 80 cm, ausnahmsweise bis
zu 5 m; in der Oberflächenzone waren die schmalen Gänge sehr reich und
enthielten zum Teil große Mengen Freigold, so daß nach einzelnen Proben
der Gehalt auf 120 - 500 g, ja sogar auf 1100, 2700 und 4000 g Gold pro
Tonne berechnet wurde; unter dem bei 12 m Tiefe gelegenen
Grundwasserspiegel
sank der Gehalt aber ganz schnell auf 23 - 11 g, in 30 m auf 5 - 3 g pro
Tonne, um dann ganz zu verschwinden und durch Pyrit und Arsenkies
ersetzt zu werden. Das Vorkommen kann durch die obere, reiche Zone nur
für wenige Jahre einen sparsamen Kleinbetrieb gewährleisten. Ähnlich ist
das Vorkommen bei Ngasamo, südöstlich
vom. Spekegolf, beschaffen, wo am
Kassamaberge
Diabase, Diabastuffe, geschieferte Grünsteine, Hornblendeschiefer,
Chlorit
und Serizitschiefer auftreten, in denen kurze, bis zu 3 m mächtige
Gänge,
Nester und Linsen von Quarz auftreten, die
steil einfallen und das G. gebunden an verschiedene Kiese, zum Teil auch
als Freigold enthalten. Dieses Vorkommen wird seit einigen Jahren durch
ein kleines Pochwerk ausgebeutet; ganz neuerdings sollen in der Nähe
aber
wesentlich reichere G.gänge gefunden sein, mit 80 - 190 g G. pro Tonne,
die jetzt, aufgeschlossen und untersucht werden. - Das G.vorkommen von
lkoma am Westrande der Massaisteppe
setzt ebenfalls in einem Gebiet phylhtisch - quarzitischer Schiefer,
sowie
von Hornblende-, Chlorit- und Serizitschiefern auf, in denen erhebliche
Dioritstöcke, sowie Diabasgänge vorhanden sind. Es sind dort 15 Züge
goldhaltiger
Quarzlinsen festgestellt, von denen aber nur 2 - und diese auch nur in
kleinem Maßstabe - abbauwürdig sind; sie sind 3 - 5 mmächtig, stehen
ganz
steil und werden anscheinend schon in 5 in Tiefe ganz arm, während sie
oberflächlich zum Teil sehr reich an Freigold sind, zum Teil auch noch
etwas Kupfererz und Brauneisenerz (zersetzten Pyrit) enthalten. In
Msalalla
bei St. Michael und auch sonst noch
südlich vom Victoriasee treten stark
gefaltete und zertrümmerte Itabirite mit einem ganz geringen G.gehalt
auf, die auch von sehr schwachen, sehr gering goldhaltigen Quarzgängen
durchsetzt werden. -Das sog. Bismarckriff
südlich vom Emin - Pascha -Golf setzt auf in einem Gebiet von
Tonschiefern,
Quarziten, Eisenquarzitschiefern und Graniten. Die Gänge, die zum Teil
im Granit selbst aufsetzen, sind nur 4-30 cm stark, enthalten im
Ausgehenden
zum Teil sehr reichlich Freigold (nach Proben 22 - 68 g, ja 90 -166 g
G. pro Tonne) und auch etwas Silbererz; in 5 - 6 m Tiefe war aber der
G.gehalt schon sehr gering (5 - 6 g) bzw. schon völlig verschwunden. Da
die Flüsse des Usindjagebieles fast alle etwas G. führen, so müssen
südlich
vom Victoriasee wohl noch mehr G.lagerstätten vorhanden sein. - Im
allgemeinen
ist in Deutsch-Ostafrika ein
G.gehalt von mindestens 13 g pro Tonne erforderlich, um einen
gewinnbringenden
Abbau zu gewährleisten. - In Togo sind ganz
geringfügige G.quarzgänge mit einem Gehalt von etwa 9 g pro Tonne
bekannt
geworden, die praktisch wertlos sind, dasselbe ist der Fall mit dem
G.vorkommen
von Deutsch-
Südwestafrika,
wo auch nur ganz geringfügige G.spuren in oder in der Nähe von ebenfalls
unbauwürdigen Kupferlagerstätten gefunden sind. - Die angeblichen
G.vorkommen
in Kamerun haben sich bei fachmännischer Untersuchung
bisher alle als überhaupt nicht vorhanden herausgestellt. - Die,
primären
G.vorkommen in Kaiser-
Wilhelmsland
am Wariafluß, aus deren Zerstörung und Umlagerung die eingangs erwähnten
"Seifen" vorkommen des Wariagebietes stammen, treten in dioritischen und
diabasischen Gesteinen auf, die "von Granit unterlagert werden" und von
zahlreichen feinen Klüften durchsetzt sind, in denen das G. teils als
Frei - G., teils in Gestalt von goldhaltigem Schwefelkies und Magnetkies
auftritt, öfter zusammen mit Brauneisenerz. Die Diorite zeigen zum Teil
alle Anzeichen starker Pressung; nach allem, was bis jetzt über diese
G.vorkommen bekannt geworden ist, sind sie ebenfalls nicht abbauwürdig.
S.a. Bergbau.
Literatur s. Erzlagerstätten.
Gagel.
|