Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 748

Granat (Pyrop, Almandin), dunkelrotes, sehr hartes und schweres, regulär kristallisierendes und stark lichtbrechendes Mineral, das in manchen Gneisarten Deutsch-Ostafrikas, Deutsch-Südwestafrikas und Kameruns weit verbreitet ist. Sehr große, reine, als Edelsteine verwertbare Kristalle sind bisher nur an einer Stelle im Hinterlande von Lindi in Deutsch -Ostafrika gefunden in einem völlig zersetzten Gneis und zeitweise abgebaut worden (Grube Luisenfelde); sie lieferten schöne Schmucksteine von großem Feuer, doch erwies sich der Betrieb auf die Dauer nicht als rentabel und wird jetzt nur noch durch wenige Eingeborene aufrecht erhalten. Das Kilo roher Steine von Luisenfelde hat einen Wert bis 400 M (durchschnittlich allerdings nur 40 M); im Jahre 1901 sollen Steine im Werte von 65 000 M gefördert worden sein. Es sind Magnesiatongranaten (Almandine), mit einem Brechungsindex von 1,79 - 1,8, also sehr ähnlich dem der sog. Kaprubine, und sie erreichen bis Faustgröße, sind dann aber meistens stark rissig; doch. ergaben sich häufig Stücke, aus denen bis 16 Karat große Schmucksteine verschliffen wurden. Im Jahre 1911 wurden wieder 154 kg Granaten im Werte von 11 811 M gewonnen! In Deutsch - Südwestafrika finden sich an den Blaugrundstellen und in, der Nähe derselben in Vertiefungen und Alluvionen die aus dem verwitterten Blaugrund (s. Blue ground) stammenden "Kaprubine" (eisenhaltige Magnesiaton - G. mit Chromgehalt), die, in ihrer Farbe stark wechselnd, zum Teil als sehr schöne Schmucksteine verwertbar sind, soweit das nicht in der zum Teil recht geringen Größe ein Hindernis findet. S. a. Bergbau.

Gagel.