Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 749

Granit, vollständig und richtungslos körniges, plutonisches Gestein, das im wesentlichen aus Quarz, verschiedenartigen Feldspaten, Glimmer- und oft auch noch aus Hornblendekristallen zusammengesetzt ist. Die G. bilden mehr oder minder mächtige Massive in der Primärformation (s.d.), die annähernd gleichzeitig mit deren Auffaltung emporgedrungen sind, und die Schiefer der Primärformation oft sehr erheblich kontaktmetamorphosiert haben; sie nehmen zum Teil sehr erhebliche Flächenräume ein (z.B. Deutsch-Ostafrika südlich vom Victoriasee, Südwestafrika usw.). In Deutsch- Südwestafrika gibt es noch erheblich jüngere G. (Erongo- G.), die die horizontalliegenden, jüngeren Formationen durchbrochen und zum Teil verändert haben. An die G.massive und die von ihnen ausgehenden Pegmatitgänge sind manche wichtige Lagerstätten gebunden, z.B. Zinn, Wolframit, Tantalit, Monazit usw. Die G., di e noch in wesentlichem Maße von der Gebirgsfaltung mit betroffen und gepreßt sind, nehmen oft eine mehr oder minder deutliche Parallelstruktur an und gehen zum Teil in Gneise über, bzw. sind von diesen schwer zu unterscheiden (Ostafrika). G. hat meistens sehr auffallende Verwitterungsformen ("Wollsäcke", Felsenmeere).

Gagel.