Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 749

Graphit, fast reiner, kryptokristallinischer Kohlenstoff, schwarz bis dunkelgrau, weich, glänzend, abfärbend. G. findet sich in größeren oder geringeren Mengen in gewissen Gneisen besonders im Ulugurugebirge in Deutsch-Ostafrika, im Hinterlande von Lindi usw., zum Teil statt des sonst im Gneis vorhandenen Glimmers, zum Teil und besonders angereichert in der Nähe von größeren Störungszonen, die das Gebirge durchsetzen. Von den Eingeborenen wird er als Material zum Bemalen von Töpfen und als Schminkmittel benutzt; in großen, für europäische Industrie gewinnbaren Mengen scheint er jedoch nicht vorhanden zu sein. Westlich vom Mueraplateau im Hinterland von Lindi scheinen die bedeutendsten G.vorkommen (in Störungszonen des Gneises) zu liegen; dort kommen auch große linsenförmige Massen von fast reinem G. vor; gewisse, stark zersetzte Gneise im Ulugurugebirge sollen bis 76% G. enthalten. In kleinen Schüppchen kommt er auch im kristallinen Kalk am Eisib und Swakop vor, ebenso in gewissen Glimmerschiefern und Gneisschiefern im Hererolande.

Gagel.