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Grasbrände (s. Farbige Tafel ). Alljährlich,
zur Höhe der Trockenzeit, werden die Grasbestände der Steppen und Savannen Afrikas, vornehmlich in der
Äquatorialzone
des Kontinents von den Eingeborenen in Brand gesetzt, sei es um
Ackerland
zu gewinnen, sei es um den Boden mit Aschensalzen zu düngen, sei es um
die Ausübung der Jagd zu erleichtern, endlich auch allein aus
altüberlieferter
Gewohnheit. Die Wirkungen dieser periodischen G. sind teils gewollte,
teils ungewollte, teils nützliche, teils schädliche; sowohl äußern sie
sich in der Zusammensetzung und dem Charakter der natürlichen Vegetation
der betroffenen Gebiete, wie sie auch die Ausübung der Land- und
Forstwirtschaft
beeinflussen. -
A. Einwirkungen auf die Vegetation: Vernichtung des Waldes und Begünstigung
der Steppenbildung und damit: Störung des Wasserhaushalts im Boden und in
oberflächlichen Wasserläufen, allmähliche Austrocknung des Grundes, Verminderung
des Windschutzes, Mangel an Schatten, Verschlechterung der Bodenqualitäten
(Einschränkung oder völlige Verhinderung der Humusbildung); Beeinflussung bzw.
Behinderung der Besiedlung von Steppenland oder verlassenem Ackerboden mit
Holzpflanzen und gewissen sonstigen Gewächsen: abgesehen von der Zerstörung
zarter Gewächse, wird die natürliche Verjüngung wenig widerstandsfähiger Arten
verhindert, und endlich wird die Entwicklung der überlebenden Steppenhölzer
verlangsamt und ihre Gestalt in nachhaltiger Weise beeinflußt. Bei zahlreichen
Holzgewächsen bildet sich eine besondere Wuchsform, der "Zwetschenbaum"- oder
"Combretum Typus" aus. Für die Intensität der
Wirkungen ist außer der Beschaffenheit des Grundes die Mächtigkeit des
Graswuchses maßgebend.
B. Bedeutung für die Land- und Forstwirtschaft:
a) schädliche Wirkungen: Entstehung von Waldbränden, Vernichtung von
Nutzhölzern und anderen forstlichen Produkten, Erschwerung bzw. Verhinderung der
künstlichen oder natürlichen Aufforstung; Vernichtung organischer Substanz,
Stickstoffverlust usw. s. u. A.;
b) nützliche Wirkungen: Bereicherung des Bodens durch Aschensalze,
Ermöglichung des Hackfeldbaues ohne Düngung;
Verbesserung der Viehweiden durch Beeinträchtigung der Vermehrung minderwertiger
harter Gräser und Begünstigung des Aufschlags
feinerer, nahrhafter Grasarten, Beseitigung des vertrockneten Altgrases;
Vertilgung der die Steppen bevölkernden schädlichen Insekten, insbesondere der als
Krankheitsüberträger wirkenden Zecken.
Weidewirtschaft in tropischen. Hochgrassteppen ist ohne alljährliches Wildbrennen unmöglich. -Schutzmittel gegen
Übergreifen von G.: Anlage grasfreier Schutzstreifen, lebender Schutzhecken und
Einschaltung von Feldkulturen.
Literatur: W. Busse, Die periodischen Grasbrände im tropischen Afrika um.
in Mitt. Schutzgeb. 1908, II. Heft 113 - 139; m. 4 Taf. Daselbst ausführl.
Angaben der früheren Lit.
Busse.
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