Deutsches Kolonial-Lexikon (1920), Band I, S. 757

Griqua, ursprünglich der Name eines Hottentottenstammes (s. Hottentotten), der zur Zeit der europäischen Einwanderung in der Nähe des Kap der Guten Hoffnung ansässig war. Später wurden die G. nach dem Innern abgedrängt, und dabei fand eine allmähliche Vermischung mit fremden Elementen, Eingeborenen wie auch Bastards, statt, die den Typus der späteren G. zu einem schwer bestimmbaren macht. Eine eigentliche Einheit in ethnographischer Beziehung bildeten die G. der späteren Zeit nicht, wohl aber waren sie eine solche in politischer Hinsicht geworden, die den alten Hottentottennamen als Gesamtbezeichnung führte. Ihr Häuptling Adam Kok, übrigens ein südostafrikanischer Neger, verstand es, diesem Volke eine Art von Einheit zu geben, und unter seiner Führung nahmen sie um die Mitte des vorigen Jahrhunderts das Gebiet ein, das nach ihnen als G.land bezeichnet wurde. Eine gewisse Bedeutung erlangten die G. in jenen Jahren, als in ihrem Gebiet die ersten, später weltberühmt gewordenen Lagerstätten von Diamanten entdeckt wurden. Die Besetzung des Gebiets durch England wurde damit begründet, daß die G. und ihr Häuptling gegen den Oranjefreistaat, der ebenfalls Ansprüche auf das G.land geltend machte, geschützt werden müßten.

Literatur: G. Frisch, Drei Jahre in Südafrika. Breslau 1868. - Ders., Die Eingeborenen Südafrikas. Breslau 1872.

Dove.